November
Omer Meir Wellber mit Prokofjew

Omer Meir Wellber mit Prokofjew

Omer Meir Wellber (Foto: Luca Pezzani)

Omer Meir Wellber mit Prokofjew

Do 12. Jan 2023 18.30 Uhr Kleine Tonhalle
Do 12. Jan 2023 19.30 Uhr Grosse Tonhalle
Fr 13. Jan 2023 19.30 Uhr Grosse Tonhalle
Tonhalle-Orchester Zürich
Omer Meir Wellber Leitung
Daniel Ciobanu Klavier
Ekaterina Sergeeva Mezzosopran
Zürcher Sing-Akademie
Martina Batič Einstudierung
Sergej Prokofjew Klavierkonzert Nr. 3 C-Dur op. 26
Pause Sergej Prokofjew «Alexander Newski» op. 78, Kantate für Mezzosopran, Chor und Orchester

Kurzeinführung

13. Jan 2023, 19.00 Uhr
Konzertfoyer
mit Ulrike Thiele (Ausgabe der Kopfhörer ab 18.45 Uhr)

Ausklang

13. Jan 2023, 21.30 Uhr
Nach dem Konzert im Konzertfoyer
mit Ilona Schmiel und Gästen

Preise CHF 110 / 90 / 70 / 50 / 30
Idagio
Playlist: Prokofjew
News & Geschichten
Und plötzlich ist Prokofjew brisant

Statement zu «Alexander Newski» von Sergej Prokofjew

Es gibt wohl kaum ein Werk, das derzeit schwieriger aufzuführen ist als Sergej Prokofjews Kantate «Alexander Newski» von 1939. Sie basiert auf dem Soundtrack für den gleichnamigen Film von Sergej Eisenstein – und wird derzeit vom russischen Präsidenten Vladimir Putin für Propagandazwecke instrumentalisiert. Denn der historische Alexander Newski besiegte 1242 in der Schlacht auf dem Peipussee, um die es im Film wie auch in der Kantate geht, seine Feinde. Er wird als Nationalheld verehrt, und Putin ist nicht der erste russische Herrscher, der sich gerne mit ihm vergleichen lässt.

Als wir diese überaus eindrückliche Kantate 2019 programmiert haben, hatte der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine noch nicht begonnen. Und natürlich stellten wir uns die Frage, wie wir in der momentanen Lage mit diesem Werk umgehen sollen, ob man es aufführen soll und darf. Zusammen mit dem Dirigenten Omer Meir Wellber und der Zürcher Sing-Akademie kamen wir zu dem Schluss: Wir machen die Aufführung – aber in angepasster Form. «Der letzte der sieben Sätze mit seiner strahlenden Verherrlichung des Siegers Alexander Newski ist für uns derzeit nicht spielbar», sagt Ilona Schmiel, Intendantin der Tonhalle-Gesellschaft Zürich. «Diesen Schluss werden wir anders gestalten.»

Für den Dirigenten Omer Meir Wellber ist die Mezzosopran-Arie «Das Totenfeld» der zentrale Satz der Kantate. Darin irrt eine junge Frau über das Schlachtfeld und beklagt die vielen Toten. «Im Text wie auch in der tief traurigen Musik wird klar, was ein Krieg wirklich bedeutet», sagt Wellber. «Es sind die einfachen Leute, die Soldaten und ihre Angehörigen, die den Preis dafür bezahlen; nicht Hitler oder Putin. Für mich ist dies die Botschaft dieses Werks, und darum ist es wichtig, es gerade jetzt aufzuführen.»