Ute Grewel (Foto: Alberto Venzago)
Verabschiedung

Ute Grewel wird pensioniert

Die Kontrabassistin hat 35 Jahre lang in unserem Orchester gespielt.

35 Jahre lang war Ute Grewel die einzige Frau in der Kontrabassgruppe – schon deshalb gehörte sie zu den prägenden Musikerinnen im Orchester. Dass sie hier landen würde, war zunächst allerdings nicht abzusehen: Ihr erstes Instrument war nämlich das Klavier.

Den Kontrabass hat sie erst als 15-Jährige entdeckt. Sie wollte damals unbedingt mitfahren bei einer der legendären Reisen ihres Schulorchesters, und ihr Vater – selbst Musiklehrer am Gymnasium – brachte ihr einen Bass und ein Lernheft nach Hause. Sie hat dieses Heft dann selbständig durchgearbeitet und war sofort begeistert von diesem «coolen Ding mit tiefem Klang».

Schon bald spielte sie mit ihrem Bass nicht nur im Jugendorchester, sondern auch in einer Rockabilly-Band und diversen Kammermusikformationen. Ihr Studium absolvierte sie in Essen, nahe ihrer Heimatstadt Velbert. Danach kam ein Praktikum an der Deutschen Oper in Berlin – und ein erstes Probespiel in Zürich, das sie gleich gewann.

Seither ist sie mitverantwortlich für das klangliche Fundament des Orchesters. Unzählige Highlights habe sie erlebt, sagt sie – wobei sie nicht nur die Orchesterkonzerte meint, sondern auch die zahlreichen Kammermusik-Matineen an den Sonntagvormittagen, bei denen sie mitgewirkt hat. Ebenfalls erwähnen darf man die Grosszügigkeit, mit der sie sich einst für das Magazin zum Thema «Musik und Sport» in Konzertkleidung und einer Yoga-Pose fotografieren liess: Yoga gehört für sie seit Jahren zum Alltag, «danach sind sozusagen alle Scheiben wieder geputzt».

Die Eröffnungskonzerte der Saison 2026/27 sind für sie nun die Abschiedskonzerte. Noch einmal wird es darum gehen, sich zurückzunehmen, um sich im nächsten Moment voll einzugeben: Das sei das Kunststück beim Orchesterspiel, hat sie einst gesagt. «Gelingt es, ist es ein grosses Glücksgefühl.»

Um zum Abschluss noch einmal an den Anfang ihrer Musikerinnen-Karriere anzuknüpfen: So begeistert sie nach wie vor Kontrabass spielt, auch ein Klavier hat sie nach wie vor, genauer: einen über 100-jährigen Bechstein-Flügel, den ihre Ururgrossmutter väterlicherseits für ihren Sohn gekauft hatte, der es wiederum seiner Tochter, also Ute Grewels Grossmutter, weitervererbte. Während des Krieges wurde deren Haus zerbombt, aber der Flügel wurde gerettet und weitervererbt – und kam dann selbstverständlich mit in die Schweiz.

September 2026
Fr 18. Sep
19.30 Uhr

Saisoneröffnung mit Paavo Järvi & Khatia Buniatishvili

Tonhalle-Orchester Zürich, Paavo Järvi Music Director, Khatia Buniatishvili Klavier Tschaikowsky, Ammann, Skrjabin
Do 17. Sep
19.30 Uhr

Saisoneröffnung mit Paavo Järvi & Khatia Buniatishvili

Tonhalle-Orchester Zürich, Paavo Järvi Music Director, Khatia Buniatishvili Klavier Tschaikowsky, Ammann, Skrjabin
Mi 16. Sep
19.30 Uhr

Saisoneröffnung mit Paavo Järvi & Khatia Buniatishvili

Tonhalle-Orchester Zürich, Paavo Järvi Music Director, Khatia Buniatishvili Klavier Tschaikowsky, Ammann, Skrjabin
veröffentlicht: 16.09.2026