Mein Einsatz: Wies de Boevé
Wies de Boevé hat eine Mission: Den Kontrabass bekannter zu machen. Dafür interpretiert er als Solist bei der Conductors’ Academy das unbekannte Werk eines italienischen Komponisten.
«Mich interessiert am Kontrabass, dass er schon lange existiert, aber dennoch bis heute ziemlich unbekannt ist, sogar in der Forschung. Das Instrument wird zum Beispiel mit unterschiedlich vielen Saiten gespielt, die Bogenhaltungen differieren, die Stimmungen, die Mensuren sind nicht immer gleich. Ich setze mich dafür ein, dass das Repertoire, das uns zur Verfügung steht, sich sowohl unter den Schülern als auch unter uns Bassisten verbreitet. Und unserem Publikum möchte ich zeigen, dass der Kontrabass als Soloinstrument seinen Platz hat.
Giovanni Bottesini war ein italienischer Kontrabassist, Dirigent und Komponist, der im 19. Jahrhundert wirkte. Sein Kontrabasskonzert fis-Moll ist so ein Werk, das ich fördern möchte, denn bis vor Kurzem wurde es gar nicht öffentlich präsentiert. Das muss sich ändern, dachte ich mir, spielte es mit dem Brussels Philharmonic ein – und mit meinen Studierenden an der Zürcher Hochschule der Künste arbeite ich ebenfalls immer wieder daran. Ich will zeigen, dass es nicht nur Bottesinis populäreres Konzert Nr. 2 in h-Moll gibt, sondern dass er sogar drei Kontrabasskonzerte komponierte. Das in fis-Moll, das ich bei der Conductors’ Academy interpretieren werde, finde ich auch das bessere Werk. Zudem ist es für Dirigentinnen und Dirigenten eine schöne Herausforderung, da Bottesini ein Mann der Oper war und man flexibel musizieren muss.
Als Solist werde ich in die Führung gehen. Als Solo-Bassist im Orchester habe ich dagegen eher eine unterstützende Rolle und bilde ein Fundament aus Rhythmus, Harmonie und gutem Klang. Durch deutliche Bewegungen versuche ich meine Gruppe mitzunehmen, ihr Vertrauen zu geben und sie einzuladen, der Musik zu folgen.»
