Mein Einsatz: Sarah Verrue
Die Harfe fällt im Orchester optisch auf, aber sie ist klanglich nicht immer so deutlich herauszuhören. Im Rahmen der Conductors’ Academy wird das wegen Sarah Verrues Soloauftritt anders sein.
«Im Orchester spielt die Harfe nicht immer, oft merkt man sie gar nicht. Sie wirkt wie eine Farbe, ein Parfum. Häufig stellt sie das verbindende Element zwischen den Pauken und den Bässen dar.
Meine Vorbereitung auf Proben und Konzerte besteht darin, dass ich natürlich die Noten kenne, meine Solo-Partien und die Stellen mit dem ganzen Ensemble. Genauso wichtig ist, dass ich physisch fit bin, um mich bei den technisch heiklen Passagen so entspannt wie möglich zu fühlen.
Im Rahmen der Conductors’ Academy spiele ich Mozarts Konzert für Flöte, Harfe und Orchester. Obwohl Harfe und Flöte oft im Duo spielen, werde ich etwas aufgeregter sein, auch wegen des Live-Streams. Ich werde viel weiter vorne als üblich sitzen, neben dem Dirigenten oder der Dirigentin, und die wechseln sich häufig ab – eine neue Position und eine neue Perspektive. Musikerin im Tonhalle-Orchester Zürich zu sein, ist ein besonderer Beruf. Wir sind eine grosse Gruppe, und jede und jeder hat eine individuelle Sensibilität. Ich finde es spannend, zu sehen, wie sich meine Kolleginnen und Kollegen künstlerisch und menschlich weiterentwickeln. Wir brauchen eine gewisse Fragilität und gleichzeitig ein gutes Selbstvertrauen, um das Beste zu geben.
Die Musik und die Gefühle, die sie bei mir auslöst, bleiben der Grund, warum ich weiterhin für diesen Beruf brenne. Als wir beispielsweise die 2. Sinfonie von Mahler aufführten, bekamen wirklich alle Gänsehaut und einen Kloss im Hals, als der Chor einsetzte: so innig, so berührend. Was für ein Privileg, hier mitwirken zu dürfen! Und es gibt viele solcher Werke. Diese Emotionen finde ich nirgendwo anders, sie verbinden uns mit unserer Seele – wenn wir es zulassen.»
