Mein Anfang – Teil 2
Wie war ihr Start im Tonhalle-Orchester Zürich? Ursula Sarnthein, Isaac Duarte und George-Cosmin Banica erzählen.
Ursula Sarnthein, Viola tutti seit 1. März 1998
«An meinem ersten Tag gab es eine Registerprobe mit den 2. Violinen – zu den Bratschen habe ich erst später gewechselt. Der Dirigent war der Alte- Musik-Spezialist Frans Brüggen, das Orchester wollte sich damals weiterentwickeln im Bereich der historisch informierten Aufführungspraxis. Ich mochte ihn sehr; er hatte einen skurrilen Humor und ein unglaubliches Wissen. Nach dieser ersten Probe hatte ich den Eindruck, doch, das kommt gut. Und nicht nur musikalisch, auch menschlich hat es gepasst, das war wichtig: Ich kannte noch niemanden in Zürich. Da wurde das Orchester wirklich zu einer Art Ersatzfamilie.»
Isaac Duarte, Stv. Solo-Oboe seit 1. September 1990
«Mein erstes grosses Erlebnis in diesem Orchester war die Aufführung von Mahlers Sinfonie Nr. 2 unter der Leitung von Mariss Jansons. Ich hatte in diesem Werk zwei Sätze lang Pause, deshalb nahm ich mir vor, während der Proben in dieser Zeit neue Rohre vorzubereiten. Aber ich hatte kaum angefangen damit, als ich mein Material gleich wieder wegräumte und nur noch zuhörte: Es war so schön!»
George-Cosmin Banica, 2. Konzertmeister seit 1. März 2009
«Als ich nach Zürich kam, war ich zunächst sehr vorsichtig. In meinem früheren Orchester in Bukarest hatte ich teilweise schlechte Erfahrungen gemacht, und ich wusste nicht, was mich hier erwartet. Ich wollte also sehr höflich sein und siezte einen älteren Musiker, als ich ihn nach einem Feuerzeug fragte. Er hat sofort geantwortet, dass hier alle per Du seien. Und als ich David Zinman als ‹Maestro› ansprach, hat er nur gesagt: ‹No, no, I’m David.› Es war wirklich eine positive Überraschung, wie freundlich alle auf mich zugekommen sind. So offen, so hilfsbereit – das sind Erinnerungen, die bleiben und die Zusammenarbeit bis heute prägen. Auch Freundschaften sind sehr schnell entstanden, vor allem mit jenen, mit denen ich gemeinsam Fussball schaute. So etwas verbindet!»
