Ilona Schmiel (Foto: Gaëtan Bally)
Jubiläum Ilona Schmiel

Unsere Intendantin feiert – und beantwortet Ihre Fragen

Seit 25 Jahren ist Ilona Schmiel als Intendantin tätig. Und hat in dieser Zeit unzählige Geschichten, Erfahrungen und Kontakte gesammelt.

Im Januar 1998 trat Ilona Schmiel in Bremen ihre erste Intendantinnen-Stelle an. Seither hat sich vieles verändert. Manches ist aber auch gleich geblieben – zum Beispiel ihr Interesse an einem intensiven Austausch mit dem Publikum.

Aus Anlass ihres Jubliäums hat sie in diesem Videoclip einige Fragen beanwortet.

Einiges, was Sie vielleicht noch nicht wussten, erfahren Sie aber auch im folgenden Rückblick auf Ilona Schmiels drei Stationen in Bremen, Bonn und Zürich.

Der Anfang

Gesucht wurde «ein junger Manager», Ilona Schmiel hat nachgefragt, ob auch eine Managerin denkbar sei – und trat vor 25 Jahren im Bremer Konzerthaus «Die Glocke» ihre erste Intendantinnen-Position an. Wie lässt sich der Konzertbetrieb in der Stadt verankern? Wie holt man Zeitgenössisches aus der Nische? Wie gewinnt man neues Publikum? Diese Themen haben sie schon damals beschäftigt. Und: Im Jahr 2000 ging «Die Glocke» mit einer eigenen Webseite online.

Die zweite Station

Viereinhalb Wochen Festival, bis zu 28 Spielstätten: Das Beethovenfest in Bonn, das Ilona Schmiel von 2004 bis 2013 leitete, funktionierte anders als ein Saisonbetrieb. Sponsoren waren wichtig, und als diese einmal keine Lust auf Zeitgenössisches hatten, präsentierte ihnen die Intendantin eine Collage aus Beethoven-Werken und neuen Kompositionen. Was ist was? Die Antworten waren durchaus nicht alle korrekt. Aus dieser Zeit stammen auch viele künstlerische Beziehungen: zu Paavo Järvi und Hélène Grimaud, zu Lisa Batiashvili und Martin Grubinger. Auch ein Programm für Schülermanager*innen startete sie bereits damals. Dazu gab es Projekte mit El Sistema und dem Deutsche Welle-Orchestercampus, Kompositionsaufträge und Wettbewerbe für Kurzfilme – und einen leider nie realisierten Plan für eine Grossproduktion mit Udo Lindenberg.

Die Gegenwart

2014 wechselte Ilona Schmiel nach Zürich. Seither ist viel passiert: Es gab einen Chefdirigenten-Wechsel und die grosse Renovation, die Interimszeit in der Tonhalle Maag und das 150-Jahr-Jubiläum des Orchesters, Corona und die glanzvolle Wiedereröffnung der Tonhalle am See. Die Digitalisierung hat Fahrt aufgenommen; die Einweihung einer Bremer Webseite wirkt aus heutiger Sicht geradezu prähistorisch. Auch die Klimadebatte hat den Konzertbetrieb erreicht, mit noch offenen Folgen. Aber trotz all dieser Änderungen gibt es auch Kontinuitäten. Ilona Schmiel nennt den Qualitätsanspruch auf und hinter der Bühne, «hier darf man keinen Millimeter nachgeben»; dazu die Lust auf Filmprojekte, die Verantwortung für Zeitgenössisches und neue Formate, die Öffnung zur Stadt. Das Engagement für Nachwuchsprojekte ist ebenfalls geblieben. Und ja, auch dies: Intendantinnen sind immer noch eine kleine Minderheit.

veröffentlicht: 08.03.2023

Tags