BAUSTELLENBLOG

Inhalt - BAUSTELLENBLOG

An dieser Stelle informieren wir Sie in loser Folge über den Umbau der Maaghalle in einen Konzertsaal. Der Baustart erfolgte am 16. Januar. Und in gut 6 Monaten findet die Bauabnahme durch die Baubehörden statt.
Sie sehen, es wartet viel Arbeit auf uns, während die Konzertsaison ihren Lauf nimmt. Viel Arbeit, die wir gerne leisten, um Ihnen verehrtes Publikum, zum Saisonstart einen grossartigen Konzertsaal mit ebensolcher Akustik präsentieren zu können.

Samt und Gold und trotzdem im Budget

Während das Maag-Areal längst eine Baustelle ist, wird in den Büros der Architekten noch intensiv über die Innenausstattung des neuen Konzertsaals nachgedacht. Auf früheren Visualisierungen der Tonhalle Maag dominierte ein helles Grün. Neuere Visualisierungen wirken völlig anders: dezenter und (noch) edler. Wie kam es zu dieser Veränderung?
Ursprünglich wollte man die hellgrüne Farbe der alten Maag-Werkbänke als Zitat in den Konzertsaal einbringen. Doch je länger die Architekten darüber nachdachten, umso klarer wurde, dass der Konzertsaal ganz deutlich eine Gegenwelt zum rauen, industriellen Aussen werden soll. Das Grün musste weg. Geplant ist nun, dass alle hölzernen Oberflächen einen feinen Goldhauch bekommen und die Stühle mit einem changierenden grau-bräunlichen Samt gepolstert werden.
Die Farben prägen das Raumgefühl, doch ebenso entscheidend sind die Eigenschaften einer Konzertsaalbestuhlung: Wie beeinflussen welche Textilien die Akustik? Sind die Stühle brandfest, robust, geräuscharm, bequem und flexibel einsetzbar – und was lässt das Budget zu?
Erst wenn alle Faktoren sorgfältig abgewogen sind, fällt die definitive Entscheidung.

Ein technisches Kunststück für’s Raumklima

Manche mögen es gerne warm. Andere lieber kühl. Das gilt für Menschen wie Instrumente. Ein Konzertsaal braucht ein Klima, in dem sich Musiker und Publikum wohlfühlen, das gut für die Instrumente ist. Doch wie schafft man das ohne sichtbare Heizkörper, riesige Lüftungskanäle und summende Ventilatoren – mit knappem Budget? Kreative Ideen und intensive Gespräche zwischen Architekten, Klimaingenieuren und Ämtern führten zur Lösung, die jetzt umgesetzt wird.
Das Raumklima der Tonhalle Maag wird künftig durch eine ausgeklügelte Anlage und ein intelligentes Regelsystem gesteuert. Von den Katakomben unter dem Saal gelangt die aufbereitete Zuluft in der gewünschten Temperatur, Feuchte und Qualität durch Öffnungen im Betonboden in einen Zwischenboden. Darin befinden sich Textilschläuche, aus denen die Luft gleichmässig durch den perforierten Holzboden des Saals strömt und diesen je nach Art der Bestuhlung und Benutzung behaglich belüftet. Ein System, das es in dieser Form und Anwendung nirgends sonst gibt!
Während das Publikum also im neuen Saal Konzerte geniessen wird, sorgt unter seinen Füssen ein mit viel Einfallsreichtum gebautes technisches Wunderwerk für ein Klima zum Wohlfühlen. Auch das ist eine Kunst.

Von Zahnrädern und Orgeln

Dort, wo das Tonhalle-Orchester Zürich ab Sommer 2017 sein vorläufiges Zuhause hat, befand sich von 1913–1991 die Zahnradfabrik Maag. Ihr Gründer Max Maag (1883–1960) hatte das Verschleissproblem bei Zahnrädern gelöst; die von ihm erfundenen und produzierten Zahnräder und Maschinen fanden Absatz in der ganzen Welt. Doch Max Maag war nicht nur ein hervorragender Getriebekonstrukteur, er war auch ein grosser Musikliebhaber. Ab den 1930er-Jahren baute er Orgeln. Einige wenige seiner Instrumente werden bis heute gespielt.

Das sind doch schöne Verbindungen: Das Orchester findet seine temporäre Heimat in einem ehemaligen Industriegebiet, dort, wo das Geld verdient wurde, das Zürich so reich machte, dass der Bau der Tonhalle überhaupt möglich war. Und der clevere (wenn auch finanziell nicht so erfolgreiche) Zahnradbauer hatte einen starken Bezug zur Musik, auch wenn damals wohl kaum je Orgelklänge durch die Maag-Produktionshallen wehten.

So kann die neue Adresse der Tonhalle Maag – Zahnradstrasse 22 – auch daran erinnern, dass Verbindungen zwar nicht immer reibungslos, aber immer bereichernd sind. Nicht nur für Zahnräder, sondern auch für Kulturen, Neues und Altes, Industrie und Musik.

Die MAAG EventHall wird zur Tonhalle Maag

Foto: Francesca C. Bruno

Es ist soweit: Am 16. Januar hat auf dem Maag-Areal der Umbau begonnen. Bis die Interims-Spielstätte des Tonhalle-Orchesters Zürich bezugsbereit ist, gibt es einiges zu tun!

Sobald die Baustelle eingerichtet ist, werden Installationen, für die es keine Verwendung mehr gibt, zurückgebaut und Treppen für Baustellenzugänge von aussen erstellt. Dann stehen verschiedene Vorarbeiten an: Im künftigen Backstagebereich muss ein Zwischenboden eingezogen werden, um eine der vielen Anforderungen an den Brandschutz zu erfüllen. Die Hallendecke wird schwarz gespritzt – sie bleibt zwischen den Akustikelementen und Leuchtkörpern hindurch als Zeugin der industriellen Herkunft sichtbar. Und es wird laut: Durch den rund einen Meter dicken Betonboden der Halle werden für den Einbau der neuen Lüftung an fünfzig Stellen Löcher gebohrt.

Anfang März beginnt dann die Montage der Stahlstützen, die die Box umgeben und die Wände und die Galerie tragen werden. Und Mitte April geht es bereits an den Innenausbau: Leitungen für die Stromversorgung und das Licht werden gelegt, die Bestuhlung eingebaut, die Akustikelemente an der Decke montiert usw. So sollte die Tonhalle Maag dann auch rechtzeitig zur nächsten Saison bereit sein!